Fragen und Antworten

 

#Wie hoch wird meine künftige Altersrente sein?

Ihre künftige Altersrente hängt nicht nur von den neu tieferen Umwandlungssätzen ab, sondern auch davon, ob Massnahmen zur Abfederung (allenfalls höhere Sparbeiträge und einmalige Abfederungseinlagen für ältere Arbeitnehmende) in der zukünftigen Vorsorgelösung Ihres Vorsorgewerks beschlossen werden. Die Vorsorgekommission Ihres Vorsorgewerks wird zusammen mit dem Arbeitgeber bis Frühjahr 2018 über die neue Vorsorgelösung entscheiden. Das heisst für Sie: Eine individuelle Berechnung Ihrer neuen ab dem Jahr 2019 geltenden Versicherungssituation wird erst Mitte 2018 möglich sein.

Hinweis:
Beim Vorsorgewerk des Kantons BL für die Kantonsangestellten und Gemeindelehrkräfte sind allfällige Entscheide, welche die Finanzierung von Abfederungsmassnahmen betreffen, durch den Landrat des Kantons BL zu beschliessen. Hier gilt die Terminplanung des Kantons. Möglicherweise ist ein politischer Entscheidungsprozess auch bei den Gemeinden nötig.
 

#Ich bin bereits in Pension. Welche Auswirkungen hat die Senkung des technischen Zinssatzes und des Umwandlungssatzes auf meine laufende Rente?

Keine, denn auf die laufenden Renten hat die Senkung des technischen Zinssatzes und des Umwandlungssatzes keinen Einfluss. Diese werden in unveränderter Höhe weiter ausgerichtet. Hingegen wird im Zuge der Anpassungen die anwartschaftliche Ehegatten- bzw. Lebenspartnerrente, sprich die im Todesfall von heutigen Alters- oder Invalidenrentnern versicherte zukünftige Ehegattenrente, von 66.67% auf 60% gesenkt. Dies ist der einzige mögliche Beitrag der Rentner an die mit der Senkung des technischen Zinssatzes verbundenen substantiellen Kosten, welche im Weiteren die Arbeitgeber und die aktiven Versicherten alleine zu tragen haben.
 

#Wieso muss der technische Zinssatz gesenkt werden?

Das weltweit tiefe Zinsniveau führt zu deutlich tieferen Anlagerenditen. Auch für die nächsten Jahre ist leider keine Verbesserung in Sicht. Eine Anpassung der Anlagestrategie, mit dem Ziel, höhere Erträge zu erwirtschaften, kommt für die BLPK aus Risikoüberlegungen nicht infrage, denn dies würde einen sehr hohen Aktienanteil bei der Vermögensanlage und damit deutlich höhere Risiken bedeuten. Mit der Senkung des technischen Zinssatzes - und auch des Umwandlungssatzes - will die BLPK sicherstellen, dass sie heute keine Renten verspricht, die sie in Zukunft nicht finanzieren kann.
 

#Wieso muss der Umwandlungssatz gesenkt werden?

Mit der Senkung des technischen Zinssatzes vermindert sich die Soll-Rendite auf dem Rentenkapital. Dies hat zur Folge, dass der massgebende Umwandlungssatz angepasst werden muss. Die Höhe des Umwandlungssatzes hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: vom eingerechneten technischen Zinssatz und von der Lebenserwartung. Ein technischer Zinssatz von neu 1.75% lässt – unter Berücksichtigung der gestiegenen Lebenserwartung – für Neurentner im Alter 65 nur noch einen Umwandlungssatz von maximal 5.00% zu. Würde der Umwandlungssatz nicht oder weniger stark gesenkt, würden zu hohe Renten ausbezahlt, die durch das vorhandene Guthaben nicht gedeckt wären.
 

#Die BLPK senkt zuerst den technischen Zinssatz, dann den Umwandlungssatz. Warum dieses zweistufige Vorgehen?

Mit der Anpassung des technischen Zinssatzes per 1. Januar 2018 reagiert die BLPK auf die veränderten Rahmenbedingungen. Mit der ab 2019 beginnenden schrittweisen Senkung des Umwandlungssatzes gibt sie den betroffenen Vorsorgewerken Zeit, um ab 2019 mit allfälligen Abfederungsmassnahmen auf die künftig tieferen Renten reagieren zu können.
 

#Muss ich aufgrund der Senkung des Umwandlungssatzes in jedem Fall mit einer tieferen Altersrente rechnen?

Grundsätzlich gilt: Ein tieferer Umwandlungssatz führt zu tieferen künftigen Altersrenten. Die BLPK ist allerdings eine Sammeleinrichtung mit rund 60 Vorsorgewerken. Wie bereits in der Frage zur Höhe der künftigen Altersrente ausgeführt (siehe oben), hat für jedes Vorsorgewerk bis Frühjahr 2018 eine paritätisch aus Arbeitgebervertretern und aktiven Versicherten zusammengesetzte Vorsorgekommission zusammen mit den Arbeitgebern zu beschliessen, wie die künftige Vorsorgelösung und allfällige Abfederungsmassnahmen aussehen. Die Höhe Ihrer künftigen Altersrente hängt somit von den Beschlüssen Ihrer Vorsorgekommission ab.
 

#Wo finde ich die neuen ab 2019 geltenden Umwandlungssätze?

In der Zeitschrift «aktuell 1/2017» (Seite 4) oder unter dieser Rubrik sind die Umwandlungssätze in den Altern 58 bis 65 inklusive der ab 2019 geltenden Übergangsregelung für ältere Jahrgänge aufgeführt.

Bei der BLPK gilt neu ein Umwandlungssatz von 5.00% im Alter 65. Die BLPK bietet jedem Vorsorgewerk jedoch die Möglichkeit, einen höheren Umwandlungssatz vorzusehen. Statt den technisch korrekten 5.00% im Alter 65 kann innerhalb eines Vorsorgewerks ab 2019 auch ein Satz von 5.40% (ebenfalls mit einer schrittweisen Senkung von 5.80% auf 5.40% bis 2022) zur Anwendung kommen. Diese Lösung muss allerdings zwingend vom jeweiligen Arbeitgeber gutgeheissen werden, da dieser für die damit verbundenen Kosten aufzukommen hat.
 

#Warum wendet die BLPK nicht den Umwandlungssatz gemäss BVG (z. Zt. 6.80% im Alter 65) an?

Der Umwandlungssatz gemäss dem Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) gilt für die Berechnung der obligatorischen Mindestleistungen. Beinahe alle Pensionskassen sehen tiefere Sätze vor, teilweise solche von unter 5%. Für die Bestimmung der Rente hat die BLPK je eine Variante nach BVG und eine gemäss Vorsorgereglement zu berechnen. Die höhere Rente aus dieser Vergleichsrechnung ist auszurichten. Damit besteht ein Mindestschutz für tiefe Einkommen. Mit den bei der BLPK angewandten Vorsorgeplänen bzw. Sparbeiträgen werden in fast allen Fällen weit über das obligatorische Mindestniveau hinausreichende Sparguthaben gebildet, weshalb diese Vergleichsrechnung fast ausschliesslich zu einer höheren Rente gemäss Vorsorgereglement führt. Ein vereinfachtes Beispiel zum sog. «Anrechnungsprinzip» finden Sie hier.
 

#Wird der Umwandlungssatz in Zukunft weiter sinken?

Mit dem Entscheid, den technischen Zinssatz und den Umwandlungssatz zu senken, hat die BLPK einen wichtigen Schritt für die Sicherung der zukünftigen Renten getan. Sollten die Zinsen in Zukunft auf diesem rekordtiefen Niveau bleiben, die Renditen auf dem Anlagevermögen weiterhin sinken und die Lebenserwartung weiterhin zunehmen, können weitere Anpassungen nicht ausgeschlossen werden.
 

#Soll ich mich im 2018 frühzeitig pensionieren lassen, um noch in den Genuss eines höheren Umwandlungssatzes zu kommen?

Die BLPK senkt den Umwandlungssatz ab 2019 bis 2022 in 4 Schritten. Somit besteht kein «Zwang» für eine Frühpensionierung, eine Weiterarbeit lohnt sich aus Sicht der Rente. Denn dadurch fällt die Rente während dieser vier Jahre nach einem Jahr Weiterarbeit - insbesondere aufgrund der weiter geäufneten Sparbeiträge - in der Regel jeweils nicht tiefer aus, als sie bei einer vorzeitigen Pensionierung ein Jahr zuvor ausgefallen wäre. Und dabei darf nicht vergessen werden, dass während der Weiterarbeit der Lohn deutlich höher ausfällt als eine Pensionskassenrente. Bei einer vorzeitigen Pensionierung gelangt möglicherweise noch keine AHV-Rente zur Auszahlung und es sind bis zum ordentlichen Rentenalter in der Regel Beiträge als nichterwerbstätige Person bei der AHV zu entrichten.

In unserer Zeitschrift «aktuell 2/2017» sind wir vertiefter auf dieses Thema eingegangen. Aktiven versicherten Personen mit Jahrgang 1960 und älter - die somit nach Reglement im Jahr 2018 bereits eine vorzeitige Altersrente beziehen könnten - steht auf unserer Plattform pkONE ab Anfang Oktober 2017 ein Berechnungstool zur Verfügung. Weitere Informationen zum Berechnungstool erhalten Sie hier.
 

#Was kann ich persönlich tun, damit meine Altersrente nicht oder weniger stark sinkt?

Mit einem persönlichen Einkauf in die Pensionskasse besteht die Möglichkeit, die Altersrente zu erhöhen. In der Regel ist ein solcher Einkauf steuerlich voll abzugsfähig. Soll später das gesamte Pensionskassenguthaben als Rente bezogen werden, ist ein Einkauf bis am Tage vor der Pensionierung möglich. Wird hingegen ein Teil des Guthabens als Kapital bezogen, rechnet die Steuerbehörde die in den letzten drei Jahren vor der Pensionierung getätigten Einkäufe rückwirkend als Einkommen auf. Diese Unterscheidung gilt es bei den Einkäufen zu beachten.

Eine weitere Möglichkeit besteht bei der BLPK durch eine individuelle Erhöhung der eigenen Sparbeiträge. Sie können uns jeweils bis Ende November mitteilen, ob Sie ab dem folgenden Jahr den sogenannten Plan «Sparen Plus» wählen möchten. Mehr zum Thema finden Sie in unserer Kundenzeitschrift «aktuell 1/2015» (Seite 6) und «aktuell 2/2017» (Seite 11).
 

#Was ändert sich an den Leistungen bei Invalidität und Tod? 

Die versicherten Invalidenleistungen bestimmen sich in Prozenten des versicherten Lohns und bleiben unverändert. Dasselbe gilt für die Waisenrente. Hingegen reduziert sich die versicherte Ehegatten- bzw. Lebenspartnerrente (für unverheiratete Paare) von 66.67% auf 60% der Alters- bzw. der anwartschaftlichen oder der laufenden Invalidenrente. 
 

#Ist meine Rente in Zukunft noch sicher?

Die BLPK ist eine sehr stabile Kasse. Die Vorsorgegelder sind hier sicher aufgehoben. Mit der Senkung des technischen Zinssatzes und des Umwandlungssatzes werden die nötigen Anpassungen an ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld vorgenommen. Damit werden die zukünftigen Renten auf eine solide Basis gestellt.
 

#Was bedeutet es für mich, wenn der Deckungsgrad in meinem Vorsorgewerk unter 100 Prozent fällt?

Liegt der Deckungsgrad unter 100%, sind Sanierungsmassnahmen zu prüfen und je nach Notwendigkeit zu ergreifen. Diese Massnahmen hat die Vorsorgekommission zu beschliessen, welche sich paritätisch zusammensetzt. Die Massnahmen können Sanierungsbeiträge und Minderverzinsungen bis hin zu Nullverzinsungen umfassen. Bei Sanierungsbeiträgen hat der Arbeitgeber immer mindestens die Hälfte zu leisten.
 

#Ich möchte freiwillige Einkäufe in meine Pensionskasse tätigen. Ist dieses Geld bei einer allfälligen Unterdeckung meines Vorsorgewerks gefährdet?

Das Guthaben in der Pensionskasse darf nach geltender Rechtslage nicht negativ verzinst werden. Somit besteht eine Nominalgarantie. Nur im wohl seltenen Fall, bei dem sich ein Vorsorgewerk in Unterdeckung befindet und gleichzeitig eine Teilliquidation ausgelöst wird, darf das Vorsorgeguthaben gekürzt werden. Der Tatbestand einer Teilliquidation ist erfüllt, falls sich der Bestand infolge Personalabbaus erheblich vermindert oder der Anschlussvertrag des Arbeitgebers mit der BLPK aufgelöst wird.
 

#Soll ich mit den freiwilligen Einkäufen in meine Pensionskasse warten, bis mein Vorsorgewerk über allfällige Sanierungsmassnahmen entschieden hat? 

Nein. Freiwillige Einkäufe sind aus steuerlicher Überlegung und wegen der für sie geltenden Nominalgarantie in der Regel immer von Vorteil.