Die BLPK hat 2017 ihre Stimmrechte an insgesamt 86 Generalversammlungen (kotierte und nichtkotierte Gesellschaften) ausgeübt. Dabei wurden an 39 Generalversammlungen einer oder mehrere der traktandierten Anträge durch die BLPK abgelehnt. Gemäss den gesetzlichen Vorschriften hat eine Vorsorgeeinrichtung ihr Stimmverhalten in einem umfassenden Bericht gegenüber den Versicherten offenzulegen. Detailliert offenzulegen ist das Stimmrechtsverhalten in all denjenigen Fällen, in denen nicht dem Antrag des Verwaltungsrates gefolgt wurde (Art. 23 VegüV). Den entsprechenden Bericht für 2017 zuhanden der Versicherten finden Sie hier.

Die BLPK nimmt ihre Verantwortung als Aktionärin wahr, indem sie die ihr zustehenden Wahl- und Stimmrechte bei allen schweizerischen Gesellschaften ausübt. Die BLPK orientiert sich bei der Ausübung der Stimmrechte an den anerkannten Grundsätzen einer guten und ethisch korrekten Unternehmensführung (Good Governance) und an ihrer Aufgabe, das Anlagevermögen zu wahren und zu mehren. Massstab für die Stimmrechtsausübung sind die Interessen der Versicherten sowie die langfristigen Interessen der jeweiligen Gesellschaft und ihrer Aktionäre, wobei in diesem Rahmen auch die legitimen Anliegen weiterer Stakeholder zu erwägen sind. Im Übrigen übt die BLPK die Stimmrechte unabhängig und frei von politischen Vorgaben oder Instruktionen aus. Die BLPK veröffentlicht in geeigneter Form ihre Regeln zur Stimmrechtsausübung, dokumentiert ihr Wahl- und Abstimmungsverhalten und informiert über ihre Stimmrechtsentscheide im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften.

Bei der Stimmausübung gelten folgende Grundsätze:
•    Die BLPK, vertreten durch das paritätisch zusammengesetzte oberste Organ, übt ihre Mitwirkungsrechte in allen der VegüV unterstellten Traktanden immer aus; ansonsten soweit dies im Interesse ihrer Destinatäre geboten und als praktikabel erscheint.
•    Die BLPK trägt die Verantwortung für die Ausübung der ihr zustehenden Mitwirkungsrechte.
•    Die BLPK macht die Grundsätze und das Verfahren der Ausübung ihrer Mitwirkungsrechte den Destinatären zugänglich.
•    Die BLPK legt einmal jährlich offen, wie sie ihre Mitwirkungsrechte ausgeübt hat, dabei hat sie die jeweils gültigen Vorschriften und Gesetze zu berücksichtigen.

Der Verwaltungsrat der BLPK hat das Stimmrechtsreglement anlässlich seiner Sitzung vom 12. November 2014 genehmigt, es trat per 1. Dezember 2014 in Kraft und ersetzt das frühere Reglement vom 13. Dezember 2013. Das Reglement regelt die Ausübung der Mitwirkungsrechte bei den schweizerischen Publikumsgesellschaften. Jedoch können ihm auch für die Ausübung der Mitwirkungsrechte bei ausländischen oder nicht kotierten Gesellschaften oder Organisationen zweckmässige Grundsätze entnommen werden. Bei ihren Entscheiden hält sich die BLPK an die Verordnung des Bundesrates gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften (VegüV).

Der Verwaltungsrat der BLPK überträgt die Kompetenz zur Ausübung der Stimmrechte im Rahmen dieses Reglements an den Verwaltungsratsausschuss Anlagen, dieser setzt dazu einen Stimmrechtsausschuss ein. Der Stimmrechtsausschuss besteht aus 3 Mitgliedern, ihm gehören jeweils ein Arbeitgeber- sowie ein Arbeitnehmervertreter aus dem Verwaltungsratsausschuss Anlagen und der Vorsitzende der Geschäftsleitung an. Für die Analyse der Anträge an Generalversammlungen durch die BLPK ist die Inanspruchnahme der Dienstleistungen von Stimmrechtsberatern („Proxy Advisors“) zulässig. Die Verantwortung für die Ausübung der Mitwirkungsrechte kann jedoch nicht auf Dritte übertragen werden (keine Blankoübertragung von Stimmrechten an Dritte).  Aus diesem Grund wird auch auf die Wertpapierleihe („Securities Lending“) von Schweizer Aktien verzichtet. Auf eine direkte Präsenz an den Generalversammlungen und Interventionen anlässlich von Generalversammlungen wird in der Regel verzichtet. Aufgrund der besonderen Anlagestruktur der BLPK (BLPK Institutional Fund) werden die Stimmrechte über das vom Fondsanbieter zur Verfügung gestellte „Proxy-Voting“-System elektronisch abgewickelt. Dabei wird in der Regel der unabhängige Stimmrechtsvertreter der jeweiligen Gesellschaft mit der Vertretung der Stimmen beauftragt. Die konkrete Ausübung der Wahl- und Stimmrechte sowie die Erteilung des Auftrages an den unabhängigen Stimmrechtsvertreter obliegen dem Bereich Anlagen. Für die Wahlen und Stimmabgabe hält er sich an die gesetzlichen Vorgaben (z.B. VegüV) sowie an die in diesem Reglement enthaltenen Richtlinien. In allen übrigen bzw. nicht im Reglement geregelten Fällen sowie bei Absicht auf Stimmenthaltung, hat er dem Stimmrechtsausschuss Antrag zur Ausübung der Stimmen zu stellen. Der Stimmrechtsausschuss entscheidet mit einfachem Mehr. Der Verwaltungsratsausschuss Anlagen wird im Rahmen der Quartals-Berichterstattung durch den Bereich Anlagen über das Stimmverhalten schriftlich orientiert. Der Verwaltungsrat und der Verwaltungsratsausschuss Anlagen haben jederzeit ein Auskunftsrecht über das Wahlverhalten und die Stimmabgabe durch den Bereich Anlagen bzw. über die Beschlüsse des Stimmrechtsausschusses.

Die detaillierten Entscheidungsgrundlagen sind im Stimmrechtsreglement ersichtlich.